Bildung

Kompetenzen entwickeln, Fachkräfte sichern

Österreichs junge Fachkräfte gehören zu den besten in Europa. Die WKO Bildungsoffensive setzte 2025 weitere Maßnahmen, um die Attraktivität der Lehre zu stärken und den Unternehmen erstklassig ausgebildete Mitarbeiter:innen zu sichern.

Internationale Spitzenleistungen

Das außergewöhnlich hohe Niveau der österreichischen Lehrlingsausbildung wurde international einmal mehr sichtbar – bei den EuroSkills 2025 in Herning wie auch bei den Independent Skills Championships Europe 2025. Die internationalen Erfolge österreichischer Lehrlinge und junger Fachkräfte bekommen hohe mediale Aufmerksamkeit. Dies attraktiviert die Lehre und unterstützt die Wirtschaftskammer dabei, die duale Ausbildung in Österreich weiter zu stärken.

Bild: Zwei Personen in Trachtenkleidung stehen auf einer Bühne und hält eine österreichische Flagge mit ausgestreckten Armen hinter dem Körper. © Max Slovencik
  • 49 teilnehmende junge Fachkräfte

    41Berufe

    100.000Zuschauer:innen
  • 8-mal Gold
    Kälte- und Klimatechnik, Sanitär- und Heizungstechnik, Glasbautechnik, Betonbau, Steinmetz:in, Hotelrezeption, Fliesenleger:in, Kfz-Technik

    4-mal Silber
    Anlagentechnik, Bodenleger:in, Modetechnologie, Digital Construction

    6-mal Bronze
    Floristik, IT-Netzwerk- und Systemadministration, Maler:in, Schweißen, Spengler:in, Fleischer:in

    15 Medallions for Excellence
    für herausragende Leistungen außerhalb der Medaillenränge
Bild: Eine große Gruppe von Personen steht auf einer Bühne vor einer Projektionsfläche mit dem Schriftzug „AustrianSkills 2025“. Viele Teilnehmende tragen Medaillen um den Hals und heben jubelnd die Arme © Florian Wieser

Salzburger Berufsbildungstage mit Staatsmeisterschaften

2025 fanden erstmals die Salzburger Berufsbildungstage statt, welche die Berufsstaatsmeisterschaften AustrianSkills, die Berufsinfo-Messe (BIM) und die Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung (BeSt) vereinen. An drei Wettbewerbstagen konnten 25.000 Besucher:innen der AustrianSkills die Leistungen von 450 jungen Fachkräften in 45 Berufen erleben. Side-Events für Ausbildungsbetriebe und 50 geführte Skills4You-Touren mit insgesamt 2.000 Schüler:innen machten die Salzburger Berufsbildungstage zum Hotspot für Fachkräfte von morgen.

Neues Lehrberufspaket für Fachkräftesicherung

Vom 2025 präsentierten Lehrberufspaket profitieren 18.400 Lehrlinge – rund 17 % aller Auszubildenden – und Österreichs Unternehmen. Berufe wie beispielsweise Brief- und Paketlogistik wurden grundlegend erneuert. Andere Berufe wurden modernisiert, strukturell überarbeitet oder in den Regelbetrieb überführt. Insgesamt wurden zehn Lehrberufe und eine Prüfungsordnung (Prozesstechnik) novelliert sowie zwei Ausbildungsversuche verlängert. Die von der Wirtschaftskammer forcierte Kombination aus Modernisierung, Digitalisierung und branchenspezifischer Schärfung stärkt die Attraktivität der Lehre und die Innovationskraft von Betrieben. Das nächste Lehrlingspaket ist bereits in Vorbereitung.

Lehrberufspaket 2025 auf einen Blick

Bild: Zwei Personen stehen an Werktisch, eine Person markiert Glasplatte, während andere Person dabei zuschaut © Photocreo Bednarek | stock.adobe.com

Novellierungen:

  • Brief und Paketlogistik
  • Glas-Verfahrenstechnik
  • Gleisbautechnik
  • Labortechnik
  • Maler- und Beschichtungstechnik
  • Medienfachkraft
  • Straßenerhaltungsfachkraft
  • Elektrotechnik (neue Spezialmodule)
  • Eisenbahninfrastrukturnachhaltigkeitsservice
  • Mechatronik

Verlängerte Ausbildungsversuche:

  • Backtechnologie
  • Hochbau

Neue Prüfungsordnung:

  • Prozesstechnik

Digitalisierung erleichtert Lehrlingsmanagement

Über 80 % aller Lehrverträge wurden 2025 bereits online abgewickelt. Darüber hinaus haben rund 500 Prüfer:innen an Online-Prüferschulungen teilgenommen. Davon absolvierten 400 Personen rechtliche und didaktische und 100 Personen gewerbespezifische Schulungen.

Nächste Schritte bei der höheren beruflichen Bildung

Mit der Höheren Berufsqualifikation (HBQ) „Technische Beratung für Energieeffizienz“ ist seit September 2025 die erste Qualifikation nach dem Bundesgesetz über die höhere berufliche Bildung (HBB-Gesetz) in Kraft. Mit dieser ersten HBB-Qualifikation der gewerblichen Wirtschaft, die in enger Zusammenarbeit mit dem BMWET entwickelt wurde, ist ein weiterer Schritt für höhere Berufsbildung gelungen. Als Unterstützung und Entscheidungshilfe für die Entwicklung weiterer HBB-Qualifikationen wurden genaue Kriterien und Leitfragen definiert. In mehreren Branchen werden dem HBB-Gesetz entsprechende Qualifikationen vorbereitet.

Mit digitaler Lernplattform Lehrabschlussprüfung meistern

Im Bereich der Lehre ist das Angebot auf der digitalen Lernplattform wîse up von 13 Lehrberufen mit 630 Lernstrecken 2024 auf 21 Lehrberufe mit 1.350 Lernstrecken im Jahr 2025 angewachsen. Damit gibt es auf der Plattform Lernmaterialien für rund 60 % aller Lehrlinge (ca. 62.000 Lehrlinge). Neben den berufsspezifischen Lernstrecken lag 2025 der Fokus auf Angeboten zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. Der Bereich umfasst mittlerweile insgesamt 67 Lernstrecken.

Mit „Fit für die mündliche Lehrabschlussprüfung“ und Videos zu häufig gestellten Fragen rund um die Lehrabschlussprüfung stehen jungen Menschen berufsunabhängige Lerninhalte zur Verfügung. Ergänzend dazu gibt es acht fachspezifische Wissensüberprüfungen für die mündliche Prüfung sowie berufsspezifische Lernstrecken für die praktische und teilweise auch die theoretische Lehrabschlussprüfung in kaufmännisch-administrativen, hotel- und gastgewerblichen sowie technischen Berufen (Metalltechnik, Elektrotechnik und Mechatronik).

2025 wurden auf wîse up zudem zwölf neue Lernstrecken mit 15 Lerninhalten zur Finanzbildung veröffentlicht.

Interessen spielerisch erkunden

Seit Oktober 2025 steht mit „BOs Welt der Berufe“ in allen Berufsinformationszentren ein attraktives Gamification-Tool zur Berufsorientierung zur Verfügung. Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren können mit dem Avatar „BO“ spielerisch ihre persönlichen Interessen in der virtuellen Stadt der Berufe entdecken. Am Ende erhalten die Teilnehmenden ein Interessenprofil, das sie bei der Entscheidung über ihren weiteren Bildungsweg unterstützen kann. „BOs Welt der Berufe“ kann auch im Berufsorientierungsunterricht speziell zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs im Talentcenter oder in einem Berufsinformationszentrum eingesetzt werden. Von Oktober bis Ende Dezember 2025 haben bereits über 7.100 Jugendliche das Tool zur Berufsorientierung genutzt.

Digitale Weiterbildung wird neu gebündelt 

Die Wirtschaftskammern Österreichs stellen die Geschäftstätigkeit der „Bildungsplattform der WKÖ GmbH“ ( wîse up) im Zuge ihres laufenden Reformprozesses schrittweise ein. Ziel ist es, Bildungsangebote künftig stärker zu bündeln, bestehende Strukturen zu stärken und relevante Inhalte effizient in die Organisation zu integrieren. 

Bis dahin bietet wîse up digitale Weiterbildung für unterschiedliche unternehmerische Phasen – von Gründer:innen über EPU bis hin zu KMU. 

wîse up für Gründer:innen  

Neun Lernstrecken begleiten Gründer:innen beim Einstieg ins Unternehmertum. In rund 108 Lernstunden werden interaktive Lerninhalte, Webinare, Artikel und Quiz zu wichtigen Gründungsthemen angeboten. 

wîse up für EPU  

Sieben Lernstrecken mit rund 52 Lernstunden unterstützen EPU beim Aufbau relevanter Kompetenzen – etwa in Social Media, Soft Skills, Marketing und Vertrieb, Cybersecurity, Export, Finanzmanagement und künstlicher Intelligenz. 

wîse up für KMU  

Für KMU wurden drei Lernstrecken zu Finanzierung und Unternehmenssicherung, Führung von Mitarbeiter:innen sowie Strategie und Innovation entwickelt. 

Moderne und marktgerechte Aus- und Weiterbildung mit dem WIFI

Das WIFI bietet praxisnahe, flexible Aus- und Weiterbildungen, die konsequent am Bedarf des Markts und der Zukunft orientiert sind. Das sichert Österreichs Betrieben messbare Kompetenzen. Damit diese Qualifikationen österreichischen Unternehmen auch international zur Verfügung stehen, vernetzt WIFI International den WIFI-Verbund gezielt mit internationalen Partner:innen. Die WIFI-Zertifizierungsstelle stellt sicher, dass die passgenauen und praxisnahen Angebote nach einheitlichen Qualitätsstandards umgesetzt und mit national sowie international anerkannten Zertifikaten abgeschlossen werden.

WIFI in Zahlen

Starke WIFI-Leistungsbilanz

Im Kursjahr 2024/25 nutzten mehr als 336.000 Teilnehmer:innen das WIFI-Angebot in Präsenz, digital oder im Blended-Learning-Format. Dies erfolgte in rund 32.000 Veranstaltungen mit insgesamt über 17,3 Millionen Teilnehmerstunden, in einem Netzwerk von mehr als 12.000 Trainer:innen und in 290 modernen Werkstätten. Die Rückmeldungen der Kund:innen 2025 waren außerordentlich positiv:

  • Weiterempfehlungsrate: 95 %
  • Zufriedenheit der Kund:innen: 1,3
  • Zufriedenheit mit der Qualität der Trainer:innen: 1,2

Zudem wurden 9.300 national und international anerkannte Personenzertifikate in Bereichen wie Schweißtechnik, Qualitätswesen, Prozessmanagement oder Energietechnik ausgestellt. WIFI International organisierte 350 Kurse und Lehrgänge für österreichische Unternehmen im Ausland mit insgesamt 3.350 Teilnehmer:innen. Auch digital ist das WIFI stark präsent: Die WIFI-Webseiten verzeichneten 2025 rund 21,5 Millionen Aufrufe. Mit mehr als 29.400 Instagram-Abonnent:innen, über 176.000 Facebook-Likes und knapp 68.000 LinkedIn-Follower:innen erreicht das WIFI eine breite Wirtschafts-Community.

Illustration: Eine Grafik der Karte Österreichs. Darin stehen verschiedene Zahlen wie 95 Prozent Weiterempfehlungsrate durch Kund:innen, 336.00 0 Teilnehmer:innen

Mit Strategie in die Zukunft

Marktführerschaft bedeutet für das WIFI strategische Weiterentwicklung. Der WIFI-Verbund hat 2025 mit der Erarbeitung der WIFI-Verbundstrategie 2030+ begonnen. Ziel ist eine abgestimmte WIFI-Gesamtpositionierung bei gleichzeitiger Nutzung gemeinsamer Ressourcen und Skaleneffekte mit größtem Nutzen für die Kund:innen. Strategische Schwerpunkte sind dabei:

  • Strukturierte Lernbegleitung: mehr systematische Begleitung entlang individueller Lernpfade mit qualitätsgesicherten Inhalte
  • Marktausweitung und neue Zielgruppen: Erschließung zusätzlicher Kundensegmente und Reaktion auf veränderte Bildungsbiografien
  • Kundenbindung im WIFI-System: stärkere Wiederkehrquoten und durchgängige Lernerlebnisse über mehrere Bildungsstufen
  •  Digitale Customer Journey: durchgängige digitale Services, unterstützte Lernpfade und moderne Servicearchitektur
Illustration: Grünes Balkendiagramm mit dem Titel „Welche KI-Weiterbildungsangebote sich Unternehmen wünschen (Mehrfachnennung)“. Rechts oben befindet sich das WIFI-WKÖ-Logo.  Dargestellt werden vier Themenbereiche mit Prozentangaben:  Grundlagen der KI: 49 Prozent Anwendungen von KI in ihrem Fachgebiet: 45 Prozent Umgang mit KI-Tools und -Plattformen: 38 Prozent Ethik und rechtliche Aspekte von KI: 30 Prozent © WIFI

WIFI-Fokus auf KI

Besonders gefragt sind praxisnahe Ausbildungen in KI- und Digitalkompetenzen – von Grundlagen der KI, ethischen und rechtlichen Aspekten über Automatisierung bis hin zu Führungskompetenzen mit KI.

Mit seiner KI-Akademie entwickelt das WIFI laufend neue KI-Angebote punktgenau für die Wirtschaft:

  • KI-Führerschein
    Sicherer und praxistauglicher Einsatz unterschiedlicher Tools im Arbeitsalltag für Anwender:innen
  • KI-Beauftragte:r
    Praxisnahe Umsetzung von KI-Projekten durch Personen, die als Schnittstelle zwischen Geschäftsführung und Abteilungen agieren
  • Chief AI Officer
    Know-how für Führungskräfte, um Entscheidungen zu treffen und Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln

Mit diesen Angeboten qualifizieren die WIFIs gezielt Fachkräfte und sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Betriebe.

Lernmodell für Erwachsenenbildung

Vor dem Hintergrund der stetigen gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Veränderungen bedarf es auch in der Erwachsenenbildung einer laufenden Weiterentwicklung. Das vom WIFI entwickelte Lernmodell LENA − das Akronym steht für lebendiges und nachhaltiges Lernen − wurde 2025 umfassend überarbeitet, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Dabei wurden digitale Lernmöglichkeiten integriert und bewährte Methoden an die moderne Arbeitswelt angepasst:

  • Integration zeitgemäßer Lerntools und digitaler Plattformen
  • Berücksichtigung hybrider und flexibler Lernformate
  • Verstärkter Fokus auf personalisiertes Lernen
  • Ausbau kollaborativer Lernmethoden
  • Praxisnahe Anwendungsbeispiele für die moderne Arbeitswelt

So schafft LENA den Rahmen, in dem Kompetenzen wachsen und Qualifikationen schnell im Betrieb wirken.